Widerrufsbelehrung und -formular

Widerrufsfrist
Die Widerrufsfrist beginnt am Tag nachdem Sie (oder ein von Ihnen bei der Bestellung angegebener Dritter) die bestellten Waren vollständig erhalten haben. Vorausgesetzt, der Händler hat Sie auf der Internetseite oder in Textform (also z.B. per E-Mail, Brief oder Fax) rechtskonform klar und verständlich über Ihr Widerrufsrecht informiert bevor Sie Ihre Bestellung abgegeben haben. Hat der Händler diese Information versäumt, beginnt die Widerrufsfrist erst zu laufen, wenn er die Belehrung in Textform nachholt. Erhalten Sie gar keine rechtskonformen Informationen über Ihr Widerrufsrecht, erlischt Ihr Widerrufsrecht jedenfalls spätestens ein Jahr und 14 Tage nachdem Sie die Ware erhalten haben.


Erklärung des Widerrufs
Wollen Sie von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen, müssen Sie den Widerruf gegenüber dem Händler in eindeutiger Weise erklären. Dies kann auch telefonisch geschehen.
Die kommentarlose Rücksendung des Warenpakets gilt nicht als wirksamer Widerruf. Die Widerrufsfrist ist gewahrt, wenn Sie die rechtzeitige Absendung des Widerrufs beweisen können. Auf den rechtzeitigen Eingang beim Händler kommt es für die Frist hingegen nicht an.

Einen Grund für seinen Widerruf muss der Kunde nicht angeben. Der Bundesgerichtshof hat dies mit Urteil vom 16. März 2016 noch einmal bekräftigt (Az. VIII ZR 146/15).

Folgen des Widerrufs
Nach erfolgtem Widerruf müssen Sie die Ware binnen 14 Tagen wieder in Richtung Händler auf den Weg bringen, es sei denn dieser hat angeboten, die Ware abzuholen. Die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware auf dem Transportweg trägt der Händler. Der Verkäufer ist zwar ebenfalls verpflichtet, Ihnen Ihr Geld innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Widerrufserklärung zurückzuzahlen. Er kann mit der Überweisung aber so lange warten, bis er die Ware von Ihnen zurückerhalten hat oder Sie ihm einen Einlieferungsbeleg zusenden.

Der Händler muss Ihnen nicht nur den Kaufpreis zurückerstatten, sondern auch die Versandkosten, die Sie nach der Bestellung für den Versand der Ware zu Ihnen gezahlt hatten. Ausgenommen sind zum Beispiel Zusatzkosten für eine Expresslieferung. Im Gegenzug müssen Sie die Kosten für die Rücksendung der Waren tragen, es sei denn, der Händler hat sich bereit erklärt diese zu übernehmen oder Sie nicht vor Vertragsschluss auf die Kostenlast bei der Rücksendung informiert.

Haben Sie die Ware beschädigt oder hat diese auf andere Weise an Wert verloren, kann der Händler Wertersatz verlangen, wenn er Sie vor Vertragsschluss rechtskonform über Ihr Widerrufsrecht informiert hat. Dies gilt aber nicht, wenn der Wertverlust auf einen Umgang mit der Ware zurückzuführen ist, der zur Prüfung der Beschaffenheit, Eigenschaften und Funktionsweise der Ware notwendig war. Das heißt, Sie dürfen die Ware auspacken und testen.


Ausnahmen vom Widerrufsrecht
In einigen Fällen besteht für den Käufer von vornherein kein Widerrufsrecht. Dies gilt zum Beispiel, wenn die Ware auf die persönlichen Bedürfnisse des Verbrauchers zugeschnitten ist.

In anderen Fällen besteht zwar grundsätzlich ein Widerrufsrecht, dieses kann aber vor Ablauf der Widerrufsfrist entfallen. Zum Beispiel bei versiegelten Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind. Voraussetzung ist jeweils, dass das Siegel von Ihnen entfernt wurde.

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